Klatsch, Tratsch und Klischees

Verehrtes Publikum,

es ist wieder Zeit für Quark und Stuss.
Ich mag ja gern Männer im Bett. Ja, Frauen auch, aber dafür bin ich zu schüchtern, außerdem hab ich zur Zeit für Männer mehr Talent.
Nach langen seriell monogamen Versuchsreihen, die tatsächlich in einem Fall auch in einer akut getrennten Ehe mündeten, habe ich eins kapiert:
Die Liebe und ich, hm, schwieriges Thema. Geht ja irgendwie fast allen so. Etwas, das uns verbindet:

„Huhu buhu, ich hab Beziehungsunfähigkeit.“
„Ach krass, ich auch, wollen wir poppen?“
„Au ja!“.

Und so weiter und so fort, bis manchmal dieser illustre Punkt passiert wird:

„Au mist, jetzt hab ich mich in dich verliebt.“
„Au ja!“

„Au nein. Du bist ja gar nicht das, was ich wollte. Jetzt find ich dich blöd.“.

Und dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los.
Weil das emotional sehr schlaucht, habe ich mir meine aufgebrauchte Psyche mal angeguckt (Taucheranzug mit porösem Gummi) und beschlossen, dass ich meine Bedürftigkeit nach idealisierter Liebe ein wenig zurückschraube und mir einfach was zum Vögeln suche, denn Körperkontakt ist ja was Nettes. Hat nicht lang gedauert und der Kandidat schien sehr geeignet. Ich war begeistert, als er ein Arrangement vorschlug, das mir ziemlich exakt so im Kopf rumschwebte (Kinder aus dem Spiel lassen, keine Erwartungshaltung, auch mal nett quatschen können ohne Vögeln). Klang gut, fand ich gut.

So eine Erleichterung. Geht ja ums Vögeln, dachte ich bei mir, dann sollte das auch möglichst gut sein. Und wenn er mich nervt (verbal, oral, vaginal oder anal), dann sag ich ihm das einfach direkt und nehme nicht wie in einer seriell monogamen Beziehung Rücksicht auf irgendwelche etwaigen Komplexe meines Gegenübers.
Und was passiert? Jetzt fängt er an, mir Liebesgedichte zu schreiben, fürsorglich zu sein und mir die Sterne zeigen zu wollen. Nichts gegen einen Schwang gut gesetzter Komplimente und Aufmerksamkeiten, aber scheiße, nein.